Buch mit Berich­ten ehema­li­ger Gefan­ge­ner des KZ Conti-Limmer erschie­nen

Buch­vor­stel­lung und Lesung am 14.04.2026

Unter dem Titel »›… nichts wird wie vorher sein.‹ Ehema­lige Gefan­gene des KZ Conti-Limmer in Hanno­ver berich­ten« legen Horst Dralle, Matthias Wase­low­sky und Sebas­tian Winter erst­mals eine umfas­sende Samm­lung von Berich­ten ehema­li­ger Gefan­ge­ner dieses KZ-Außenlagers vor. Das Buch erscheint als elfter Band der Reihe »Schrif­ten zur Erin­ne­rungs­kul­tur in Hanno­ver«, die vom Zeit­Zen­trum Zivil­courage der Landes­haupt­stadt Hanno­ver heraus­ge­ge­ben wird.

Viele ehema­lige Gefan­gene des KZ Conti-Limmer hatten nach ihrer Befrei­ung das Bedürf­nis, über ihre Depor­ta­tion und die Erfah­run­gen im Lager zu berich­ten. Nur wenige dieser persön­li­chen Zeug­nisse wurden bislang voll­stän­dig oder über­haupt in deut­scher Spra­che veröf­fent­licht. Der Quel­len­band macht diese Stim­men nun – acht­zig Jahre nach der Befrei­ung – erst­mals in größe­rem Umfang zugäng­lich und gibt den Frauen, die Opfer des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Terrors wurden, eine späte, aber notwen­dige Öffent­lich­keit.

Ergeb­nis jahre­lan­ger Forschung

Das Buch ist das Ergeb­nis lang­jäh­ri­ger Forschun­gen des Arbeits­krei­ses »Ein Mahn­mal für das Frauen-KZ in Limmer«. Seit 2008 enga­giert sich der Arbeits­kreis ehren­amt­lich für die Erfor­schung der Geschichte des ehema­li­gen Frau­en­la­gers und für ein würdi­ges öffent­li­ches Geden­ken. Mit großer Ausdauer und Sorg­falt wurden Archive ausge­wer­tet, Kontakte zu Zeit­zeu­gin­nen und ihren Ange­hö­ri­gen geknüpft und persön­li­che Berichte zusam­men­ge­tra­gen. Die Publi­ka­tion von Dralle, Wase­low­sky und Winter ist das Resul­tat dieser beharr­li­chen Recher­che­ar­beit und macht die Stim­men der Frauen nun einer brei­ten Öffent­lich­keit zugäng­lich.

Ober­bür­ger­meis­ter Belit Onay hebt in seinem einlei­ten­den Gruß­wort die Bedeu­tung des Bandes hervor: »Zu lange war in unse­rer Stadt kaum bekannt, dass es auch in Hanno­ver Konzentra­tions­lager gab. Eines davon war das KZ-Limmer – ein Frau­en­la­ger. Die Erin­ne­run­gen der Über­le­ben­den sind Zeug­nisse uner­mess­li­chen Leidens, aber auch des Über­le­bens­wil­lens und der Mensch­lich­keit unter grau­sams­ten Bedin­gun­gen. Die Veröf­fent­li­chung dieses Buches ist deshalb ein wich­ti­ges Zeichen: Sie gibt den damals inhaf­tier­ten Frauen ihre Stim­men zurück – und damit einen Teil ihrer Würde.«

Ausdruck geleb­ter Erin­ne­rungs­kul­tur

Onay würdigt zudem ausdrück­lich die Arbeit des Arbeits­krei­ses und der Autoren: »Diese Arbeit verdient unse­ren größ­ten Respekt. Sie ist ein bedeu­ten­der Beitrag zur histo­ri­schen Aufar­bei­tung und zur geleb­ten Erin­ne­rungs­kul­tur in unse­rer Stadt.« Die Landes­haupt­stadt sieht es als ihre Verant­wor­tung, die Geschichte der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Verbre­chen vor Ort sicht­bar zu machen und ihre Aufar­bei­tung aktiv zu unter­stüt­zen.

»Erin­ne­rung ist niemals abge­schlos­sen«, so Onay. »Sie fordert uns immer wieder neu heraus: hinzu­se­hen, zu verste­hen und Verant­wor­tung zu über­neh­men – für eine Gesell­schaft, in der Menschen­würde, Demo­kra­tie und Mensch­lich­keit selbst­ver­ständ­lich blei­ben.«

»Mit diesem Buch schlie­ßen wir eine schmerz­li­che Lücke in der loka­len Erin­ne­rungs­kul­tur«, betont Dr. Binner, Direk­tor des Zeit­Zen­trum Zivil­courage. »Die Berichte der Frauen sind eindring­li­che Mahnun­gen und zugleich unver­zicht­bare Quel­len für die histo­ri­sche Forschung und die poli­ti­sche Bildung.«

Das Buch versteht sich ferner als inhalt­li­cher Vorlauf zum geplan­ten Gedenk­ort auf dem Gelände des ehema­li­gen KZ Limmer der Conti­nen­tal in der heuti­gen Wasser­stadt in Limmer.

Buch­vor­stel­lung am 14. April 2026

Das Zeit­Zen­trum Zivil­courage der Landes­haupt­stadt Hanno­ver und der Arbeits­kreis KZ Limmer laden ein zur öffent­li­chen Buch­vor­stel­lung und Lesung am

Diens­tag, 14. April 2026, 18:00 Uhr
im Zeit­Zen­trum Zivil­courage,
Theodor-Lessing-Platz 1a


Mitwir­kende des Abends sind die Heraus­ge­ber Horst Dralle, Matthias Wase­low­sky und Sebas­tian Winter sowie weitere Mitglie­der des Arbeits­krei­ses KZ Limmer, die Einbli­cke in ihre lang­jäh­rige Forschungs­ar­beit geben und ausge­wählte Texte vorstel­len.

Das Buch ist ab sofort im Buch­han­del erhält­lich.

Buchcover »... nichts wird wie vorher sein.«

Horst Dralle, Matthias Wase­low­sky, Sebas­tian Winter (Hrsg.):
»… nichts wird wie vorher sein.« Ehema­lige Gefan­gene des KZ-Außenlagers Conti-Limmer in Hanno­ver berich­ten
(= Schrif­ten zur Erin­ne­rungs­kul­tur in Hanno­ver, Band 11)
Aschen­dorff Verlag, Müns­ter; März 2026; 488 Seiten;
29,90 €; ISBN: 978–3‑7395–1545‑8