30.08.2015

Tag des offenen Denkmals, 13.09.2015: Infostand und -veranstaltung des AK KZ Limmer

»Offenes Denkmal«: Wie soll der Erinnerungsort für das KZ Conti-Limmer aussehen? | AK KZ Limmer

Der AK »Ein Mahnmal für das Frauen-KZ in Limmer« nimmt den diesjährigen Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 13. September zum Anlass, um über den aktuellen Stand der Dinge bezüglich der Mahnmal-Planungen zu informieren und öffentlich mit Interessierten darüber zu diskutieren.

Das Motto des Tags des offenen Denkmals 2015 lautet: »Handwerk, Technik, Industrie«. Im Zweiten Weltkrieg wurde von den deutschen Industrieunternehmen massiv auf den Einsatz von ZwangsarbeiterInnen zurückgegriffen. Darunter waren auch über eineinhalb Millionen KZ-Häftlinge.

Auf dem früheren Conti-Gelände in Limmer existierte von 1944 bis 1945 ein entsprechendes Konzentrationslager direkt am Rand von Limmer, einsehbar für die BewohnerInnen der oberen Stockwerke in der Häusern der nahen
Wunstorfer Straße. Die französischen Résistance-Angehörigen, Überlebenden des Warschauer Aufstandes, sowjetischen Soldatinnen, baltischen Romnija und die weiteren Frauen, die hier in Gefangenschaft unter erbärmlichen Bedingungen leben mussten, wurden von der Continental AG und den Brinker Eisenwerken in Langenhagen ausgebeutet. Kurz vor der Befreiung wurden die meisten von ihnen nach Bergen-Belsen getrieben. Viele überlebten den Marsch und das dortige Inferno nicht.

Seit 2008 bemüht sich der AK darum, im Rahmen des Umbaus des Conti-Geländes zur »Wasserstadt« und der damit verbundenen Überbauung auch des ehemaligen KZ-Geländes einen angemessenen Gedenkort einzurichten.
Mittlerweile ist dieser ein fester Bestandteil aller den Bebauungsplan vorbereitenden Entwürfe und der AK hat nun ein erstes konkretes Konzept zu seiner Gestaltung entwickelt, das am 13. September der Öffentlichkeit
präsentiert werden wird.

Zudem wird der Arbeitskreis über die Ergebnisse einer archäologischen Grabung informieren, die im Mai dieses Jahres auf dem Lagergelände durchgeführt wurde und deren Befunde (Stacheldraht- und Isolatorenreste des Elektrozauns, Bodenverfärbungen, die die ehemaligen Pfostengruben markieren) auf beeindruckende Weise die Geschichte handgreiflich spürbar machen (die NP berichtete am 18.06.2015).

Umrahmt wird das Ganze durch Lesungen aus Berichten ehemaliger Gefangener des KZ Conti-Limmer, die von den Arbeitsbedingungen in den Fabriken, in denen sie eingesetzt worden waren, erzählen.

Folgender Programmablauf ist für Sonntag, 13. September 2015, geplant:

  • 13.00 bis 17.00 Uhr: Informationsstand
    am Gedenkstein (Ecke Stockhardtweg/Sackmannstraße)
  • 17.00 bis 19.00 Uhr: Informationsveranstaltung
    im Gemeindehaus der St. Nikolai-Gemeinde (Sackmannstraße 27)

www.tag-des-offenen-denkmals.de

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