10.08.2009

Ausstellung zu Anne Frank, 26.08.–15.11.2009 in Hannover

Multimedia-Ausstellung »Anne Frank – ein Mädchen aus Deutschland«

Das Tagebuch der Anne Frank ist weltweit bekannt als ein einzigartiges Dokument, das die Zeit des Holocaust aus einer sehr persönlichen Perspektive schildert. Es steht im Mittelpunkt der multimedialen Wanderausstellung »Anne Frank. Ein Mädchen aus Deutschland«, die – nach ihrer Präsentation in der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen anlässlich des 80. Geburtstages von Anne Frank am 12. Juni – vom 26. August bis zum 15. November im Heinemanhof in Hannover-Kirchrode Station macht.

Auf innovative und anregende Weise vermittelt diese Ausstellung Zugang zu geschichtlichen, aber auch aktuellen Fragestellungen, die in Anne Franks Tagebuch aufgeworfen werden.

Die Multimedia-Wanderausstellung entstand in einer Kooperation des Anne Frank Hauses in Amsterdam, des Anne Frank Zentrums in Berlin und der Jugendbegegnungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main. Dort ist »Anne Frank. Ein Mädchen aus Deutschland« als ständige Ausstellung zu sehen. Die gesamte Entwicklung der Ausstellung wurde vom Frankfurter Fritz-Bauer-Institut wissenschaftlich begleitet.

Die Ausstellung wurde besonders für Gruppen junger Besucherinnen und Besucher konzipiert und ist auf deren Seh- und Lerngewohnheiten abgestimmt. Großformatige Bildschirme und Fotos können von allen Gruppenmitgliedern gleichzeitig betrachtet werden. Viele kleinere Lernstationen wie Monitore, Höreinheiten, Objekte oder Materialordner dienen der Vertiefung alleine oder in Kleingruppen.

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie unter www.annefrank.de/wanderausstellungen/anne-frank-ein-maedchen-aus-deutschland/

Lokaler Trägerkreis

Das Anne Frank-Ausstellungsprojekt basiert auf der Idee eines lokalen Trägerkreises, in dem sich verschiedene Institutionen, Gruppen und Einzelpersonen beteiligen. So kann jeder seine Ressourcen und Perspektiven effektiv einbringen. Durch die verschiedenen Kompetenzen der beteiligten Partner soll ein lokales Rahmenprogramm aus Aktivitäten und Veranstaltungen entstehen.

Im hannoverschen Trägerkreis haben sich zusammengefunden: Medienzentrum der Region / KinoSchule Hannover, Kommunales Kino, Städtisches Pflegezentrum Heinemanhof, Herschelschule Hannover, Stadtarchiv Hannover, Minna-James-Heineman-Stiftung, Essen / London, Moses Mendelssohn Akademie Halberstadt, Wilhelm-Fraenger-Gesellschaft e.V., Potsdam.

Rahmenprogramm Hannover

Ausstellungsbegleitend werden an wechselnden Orten Vorträge, Lesungen, Kinovorführungen, Konzerte, Exkursionen, SchülerInnen-Workshops etc. von den Mitgliedern des Trägerkreises und weiteren Partnern angeboten. Näheres dazu entnehmen Sie bitte der Tagespresse.

Parallel zum Start der Anne-Frank-Ausstellung findet auch die diesjährige KinoSchule Hannover im Kommunalen Kino in der Woche 24.–27. August 2009 (Mo–Do) statt. Ihr Schwerpunkt liegt auf den Themen: Rassismus und Vorurteile – Verfolgung – Widerstand und Zivilcourage. Es handelt sich um begleitete Kinoveranstaltungen in der Unterrichtszeit mit Einführung und Filmgespräch. Wir freuen uns besonders, dass für Dienstag, 25. August die Regisseurin Katrin Seybold zugesagt hat, mit den Schülerinnen und Schülern über ihren Film »Die Widerständigen – Zeugen der Weißen Rose« zu sprechen. Näheres unter: www.kinoschule-hannover.de

Die Minna-James-Heineman Stiftung und der Heinemanhof in Hannover

Die Minna-James-Heineman Stiftung wurde ursprünglich im Jahre 1928 von Dannie und Hettie Heineman gegründet. Der alleinige Zweck dieser Stiftung war es, älteren allein-stehenden jüdischen Damen in Hannover ein Heim und Versorgung zu geben. Gebäude und Vermögen wurden im Jahre 1941 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und zugunsten der sog. Reichsvereinigung der Juden entschädigungslos enteignet. Die Stiftung wurde in dieser Zeit aufgelöst. Schon im September 1941 wurde das Heim in ein »Judenhaus« umgewandelt, in das aus ihren Wohnungen vertriebene Juden einquartiert wurden. Im Dezember wurden die Bewohner nach Riga, Auschwitz und Theresienstadt verschleppt. Von dort kehrte niemand mehr zurück.

Nach der Wiederherstellung demokratischer Verhältnisse in Deutschland wurde klar, dass die Verheerungen, die unter dem früheren Regime angerichtet worden waren, dazu geführt haben, dass der ursprüngliche Stiftungszweck nicht mehr weitergeführt werden konnte: ein Heim für ältere Menschen jüdischen Glaubens zu betreiben. Außerdem fehlte es an Geld, die durch die jahrelange Zweckentfremdung aufgrund der Nutzung als »Judenhaus« und als Dienststelle für SS und Besatzungsmacht entstandenen Schäden zu beseitigen.

Im Jahre 1951 wurde die Minna-James-Heineman-Stiftung als rechtsfähige Stiftung neu gegründet. Ihr Vermögen bestand zunächst nur in dem Wiedergutmachungsanspruch auf die Rückübertragung des früheren Stiftungsvermögens, das zunächst der Jewish Trust Cooperation zugesprochen worden war. Nach Wiedererlangung des Stiftungsgrundstücks wurde dieses an die Stadt Hannover verkauft, die im Heinemanhof wieder ein Altenheim betreibt. Bei den Überlegungen zu einer Neugründung der Stiftung wurde daher die rein mildtätige Orientierung zugunsten der Wissenschaftsförderung und der internationalen Verständigung aufgegeben. Neben der Unterstützung allgemeiner mildtätiger und wissenschaftlicher Einrichtungen sollte die Minna-James-Heineman-Stiftung künftig hauptsächlich der Förderung der wissenschaftlichen Forschung, Ausbildung und Zusammenarbeit im In- und Ausland dienen. Sie hatte sich damit von einer Anstaltsstiftung zu einer Kapitalstiftung gewandelt.

Weitere Hintergrundinformationen zum Ausstellungsort sowie dem Stifter und seinem Architekten unter: www.heineman-stiftung.org/stiftungsgeschichte.

Anfahrtsbeschreibung

Pflegezentrum Heinemanhof der Landeshauptstadt Hannover
Heinemanhof 1–2, 30559 Hannover
Lageskizze

Wegen der geringen Parkmöglichkeiten in der Zufahrt zum Heinemanhof bitte die umliegenden Straßen (»Döhrbruch« und »Brabeckstraße«) nutzen. Die Bushaltestelle »Angerstraße« (Linien 123/124 ) liegt auch nur 5 Gehminuten vom Heinemanhof entfernt, die Bushaltestelle »Sudetenstraße« (Linie 370) nur 8 Gehminuten.

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